Interview: Berufsalltag eines HR-Managers
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Traumberuf Personal-Manager? Was macht Christian Göttinger als Leiter Human Resources Expertise Center bei der Mobilkom Austria? - Einblicke am Beispiel von Internal Branding[27.10.2008]
Monster in Kooperation mit der internal branding academy und Symbiosis präsentiert die exklusive Interview-Reihe des Monster Personal- und Karriere-Journals zum Thema Internal Branding.
>> Aus der Praxis: Kempinski-, Swisscom- , be Berlin- und TNT-Manager im Monster-Interview
1. Frage: Sie haben in Ihrem Unternehmen Internal Branding eingeführt und mit dieser Form von Entwicklung und Steuerung Erfolge erzielt. Können Sie bitte kurz ein Beispiel aus Ihrer Praxis herausgreifen und erläutern?
Unsere Unternehmenskultur steht für Nachhaltigkeit. Damit ist eine Verantwortung verbunden, diesen Wert wollen wir leben und erlebbar machen - intern, wie auch extern. So war der Speaker beim mobile futuretalk 2007 Al Gore. Eine externe Veranstaltung von hoher Strahlkraft und ein wichtiger Imagefaktor für die Marke/das Unternehmen mobilkom austria. Dabei bleiben wir nicht nur mit wichtigen Meinungsbildnern im Gespräch, sondern auch unsere MitarbeiterInnen haben via Gewinnspiel die Möglichkeit dabei zu sein. Themen die, die Gesellschaft und dadurch auch uns bewegen sind uns ein großes Anliegen, so auch 2007 als im Mittelpunkt der Klimaschutz und das Potential unserer Branche an einer CO2 Reduktion aktiv zu beteiligen, stand. Genau hier kommt die Integrität ins Spiel: denn nicht "nur" extern wollen wir vermitteln, dass Umwelt für uns ein wichtiges Thema ist, auch intern setzen wir uns seit Jahren intensiv damit auseinander.
"Restmüll reduziert"
Intern stellen wir seit diesem Sommer ganz aktuell fünf Corporate Bikes zum Ausleihen beruflich und privat zur Verfügung. mobilkom austria ist seit 2005 ein ÖKOPROFIT®-zertifiziertes Unternehmen. In den ersten beiden Jahre war der Schwerpunkt das Thema "Abfalltrennung" - gemeinsam haben wir es geschafft, den gesamten Restmüll auf ein Achtel zu reduzieren. Zwei Jahre lang haben wir intensiv dieses Ziel verfolgt. Im vergangenen Jahr gab es eine breit angelegte Kampagne zum Thema "Energie sparen". Es ist uns wichtig, dass Innen- und Außenbild zusammen passt. Den Menschen soll klar sein, warum es uns wichtig ist, genau hier Verantwortung zu übernehmen - egal, ob es Gäste beim mobile futuretalk sind oder unsere MitarbeiterInnen.
2. Frage: Wie bemessen Sie den Erfolg Ihrer mitarbeiterorientierten Markenpolitik?
Ganz klar: Das direkte Feedback unserer Mitarbeiter ist die wichtigste Bemessungsgrundlage.
Beispiel: Wir haben keinen Betriebskindergarten. Aber trotzdem gewinnt das Thema "Eltern sein" für unsere Mitarbeiter eine immer größere Bedeutung. An bestimmten "Kids-at-Work"-Tagen im Jahr - zum Beispiel an Fenstertagen - engagieren wir Nannies, um familienfreundlichere Arbeitsbedingungen zu schaffen. Für diese Aktionen können sich unsere Mitarbeiter über das Intranet anmelden. Bei dieser Anmeldung schreiben die Mitarbeiter Ihre Meinungen, bedanken sich oder regen andere Aktionen an.
Feedbacks der Mitarbeiter am wichtigsten
Wenn wir also zum Beispiel Familienfreundlichkeit für uns beanspruchen wollen, orientieren wir uns an den direkten Feedbacks unserer Mitarbeiter. Ein weiteres wichtiges Instrument im Intranet sind unsere Quickpolls, durch die wir schnell Meinungen und Stimmungen einholen können.
Regelmäßig führen wir alle zwei Jahre eine große Mitarbeiterbefragung durch. Zusätzlich gibt Feedbacks für Führungskräfte im 90 Grad-Modus. Und schließlich arbeiten wir selbstverständlich mit dem klassischen HR-Instrument, dem Mitarbeitergespräch, in dem es um Klarheit zu Zielen und Erwartungen, aber auch um die Kooperation zwischen MitarbeiterInnen und Führungskraft geht. .
3. Frage: Welche Abteilung hat beim Thema Arbeitgebermarketing den Hut auf? Wie werden die Botschaften zwischen Marketing, Personal und PR abgestimmt?
Unsere drei Abteilungen HR, Corporate und Marketing Communications arbeiten beim Thema Arbeitgebermarketing eng zusammen. Der Lead kann von Projekt zu Projekt wechseln. Bei "Kids-at-Work" hat Corporate Communications den Hut auf, beim einem aktuellen Konzeptionsprojekt zum Thema Employer Branding hat HR die Führung inne.
Insgesamt ist der Prozess, unsere Unternehmenswerte durch das Arbeitgebermarketing zu transportieren, immer ein Zusammenspiel dieser drei Abteilungen.
4. Frage: Wie beschreiben Sie den Prototyp von einem Mitarbeiter, der Botschafter Ihres Unternehmens/Ihrer Marke ist?
Er sollte unsre Werte leben und nach außen tragen. Der Mitarbeiter sollte zum Unternehmen passen und - nicht zu vergessen - das Unternehmen zum Mitarbeiter.
Als wichtigste Eigenschaften eines mobilkom-Mitarbeiters nenne ich mitdenken, vernetzt denken, handlungsorientiert vorgehen, selbstbewusst sein und bereit sein, Verantwortung zu übernehmen. Das entspricht unserer Arbeitgebermarke. Nicht zuletzt sollte er das mit dem nötigen Drive vorantreiben können.
5. Frage: Was ist die zentrale Botschaft Ihre Unternehmens, die jeder Mitarbeiter transportieren sollte?
Wir sind Marktführer. Die Leistungen unseres Unternehmens müssen herausgestellt werden. Innovation, Service und Qualität sind die Kerninhalte unserer Produktmarke. Hinzu kommen Nachhaltigkeit und Verantwortung.
6. Frage: Wir werden Sie in Zukunft Ihr Internal Branding weiterentwickeln? Welches Projekt treiben Sie zurzeit voran?
Internal Branding ist Daily Business. Ein kleines Beispiel: Wir stellen drei erfolgreiche KollegInnenen in unserer Mitarbeiterzeitung "Staff News" vor. Diese drei Führungskräfte haben bei einer anonymen Umfrage am besten abgeschnitten. In der gleichen Ausgabe gibt es eine Story "Working Mum and Dad" zum Thema Famile und Beruf in Einklang bringen.
7. Frage: Was muss ein guter Internal Branding-Manager mitbringen? Wir schätzen Sie den Markt für diese Berufsgruppe in den nächsten Jahren ein?
Ich glaube nicht, dass der Internal Branding-Manager als eigenständiges Berufsbild eine Zukunft hat. Internal Branding wird - wie bereits erläutert - von Managern aus den Abteilungen HR, Corporate und Marketing Communications vorangetrieben.
Internal Branding sollte in allen Abteilungen gut integriert sein. Es sollte immer um den Menschen im Unternehmen gehen. Alle Mitarbeiter sollten ein Verständnis und Gefühl für die Marke und die Markenentwicklung aufbringen. Es darf keine Scheinwelt aufgebaut werden. Glaubwürdigkeit kommt an erster Stelle.
(Christoph Morisse / Bild: Christian Göttinger)

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